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Apple AppClips

Und wieder eine Lösung für ein Problem, von dem wir nicht wussten, dass wir es haben. Liest man die geschilderten Szenarien, fällt einem auf: dieses Problem hatten wir schon öfter – man steht vor einem Parkautomaten, kein Kleingeld in der Tasche und keine Kreditkarte dabei. Der Automat erlaubt aber „Parken und Zahlen per App“. Man muss dazu lediglich die App herunterladen, einen Account anlegen und eine Kreditkarte hinterlegen. Kreditkartendaten hätte man noch im klugen Telefon, die Netzverbindung im Parkhaus ist sehr langsam, Puls und Blutdruck des Parkers steigen…

Genau für so einen Fall hat Apple die AppClips vorgesehen. AppClips sind kleine Teile einer App, die schnell laden und nur wenige wesentliche Funktionen liefern. Bleiben wir bei unserem Parkautomaten: Da wäre auf dem Automaten ein QR-Code (oder einer der neuen schicken Apple-Codes), die scannt der ungeduldige Parker. Eine Karte auf dem Telefon wird geöffnet, per Tip lädt der AppClip, dank weniger als 10 MB auch bei schlechter Verbindung schnell. Im AppClip kann ich den Zahlvorgang durchführen, brauche aber immer noch einen Account und muss eine Zahlweise hinterlegen. Auch dafür hat Apple seit einiger Zeit vorgesorgt: Account anlegen geht dank „Anmelden mit Apple“ mit zwei Klicks, und als Zahlweise ist ApplePay auch mit zwei Klicks und einer FaceID oder Fingerabdruck sicher hinterlegt. Parkschein bezahlen, Stimmung gerettet, Blutdruck wieder in medizinisch vertretbaren Sphären und keine nie wieder genutzte App auf dem Telefon..

So etwas kann z.B. in Restaurants auf den Tischen kleben, auch hier geht bestellen und zahlen mit wenigen Klicks und der AppClip hat auch gleich übermittelt, an welchen Tisch das bestellte gebracht werden soll. Laut Apple können AppClips auch mit einem Ort verknüpft werden, also z.B. auf AppleMaps auftauchen und bei Tippen drauf den passenden AppClip starten. So etwas ähnliches hat Google schon mal auf den Markt gebracht, das ist aber wie so viele Google-Erfindungen heimlich und leise wieder entschlafen.

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ARMing the Mac

Die Spekulationen schlugen hohe Wellen, Apple sollte angeblich ARM Processoren statt Intel nutzen – und am 22.06.2020 gegen 19:45 unserer Zeit war es dann soweit. Apple stellt den zweiten Prozessorwechsel in der Geschichte des Mac vor. Der Name ARM wurde nicht genannt, es hieß ausschließlich „Apple Silicon“. Bei der ersten Ankündigung von Macs mit Apple-Prozessor (noch dieses Jahr!) werden wir dann den neuen Namen erfahren.

Stellt sich die Frage: Was bedeutet das kurzfristig und langfristig für Intel, was bedeutet das generell für die Hardware – Industrie, und was bedeutet der Schritt für uns, die Apple – Nutzer?

Vor einigen Jahren (2011) hat Microsoft den ersten Schritt gemacht, als es einen Zwitter aus Tablett und PC ankündigte (Windows RT) und auf den Markt brachte. Die Kritiken und Bewertungen waren, vorsichtig ausgedrückt, nicht positiv. 2013 hat Microsoft das Projekt dann mit einem Verlust von 900 Millionen beerdigt – vorerst.

Microsoft hat sich immer nur um Software gekümmert, Hardware den OEMs überlassen. Da hatte Steve Jobs schon immer eine deutlich erweiterte Idee, für ihn war die einzig logische Schussfolgerung, dass man bei nahtloser Kontrolle über Software und Hardware das beste Usererlebnis liefern kann. Beispiel gefällig? Das schnellste Android – Telefon, welches auf dem Markt verfügbar ist, ist deutlich langsamer als ein Mittelklasse – iPhone. Man merkt es auch an winzigen Kleinigkeiten, die einem nur beim Nutzen beider Systeme auffallen: Den Bildschirm berühren und dann scrollen, das hat auf Android fast immer eine winzigkleine Verzögerung. Würde einem nicht auffallen, würde man nicht auf einem iPhone vorgeführt bekommen, wie es butterweich und absolut ohne Gedenk-Zehntelsekunde startet.

Was Apple auf jeden Fall verhindern möchte ist die Erinnerung an das erwähnten Windows RT – Tablett. Der zweite Versuch 2019 mit dem Surface Pro X war auch nicht richtig ausgegoren: Microsofts wichtigste Programme – Word, Excel, Powerpoint, Teams – liefen nicht nativ auf dem neuen Prozessor, nur in einer x86 – Emulation. Da gab es vier Gruppen von Software: Die erste Gruppe lief irgendwie, die zweite war langsam, die dritte ließ sich installieren, aber nicht starten und die vierte Gruppe ließ sich gar nicht erst installieren.

Unterhaltsam und spannend für den Anwedner war es immer, dass man nie vorher sagen konnte, zu welcher der Gruppen sich eine neue Software bekennen würde.

Apple hat schon zwei mal den Prozessor gewechselt, von Motorola 68000 zu PowerPC zu Intel. Bei letzterem Wechsel hat Apple einen „Übersetzer“ für die unterschiedlichen Befehlssätze der beiden Prozessoren geliefert, „Rosetta“ – benannt nach dem Rosetta-Stein, mit dem die ägyptischen Hieroglyphen entschlüsselt werden konnten. Rosetta war die unsichtbarste Software von Apple und funktionierte perfekt. So etwas würde Apple dann auch brauchen, wenn sie von Intel auf ARM umsteigen – und so etwas wird es geben, sinnigerweise Rosetta 2 genannt. Auf der Demo machte das einen sehr schlanken und schnellen Eindruck.

Das übliche Sahnehäufchen auf dem Kuchen war dann die Bemerkung, das iOS Programme OHNE jede Anpassung auch auf den neuen Macs laufen werden. Ein zweischneidiges Schwert, iOS ist auf direkte Manipulation am Bildschirm ausgelegt, der Mac ist Zeigegerät und Tastatur. Da wird man abwarten müssen, auch wie sich das Projekt „Catalyst“ weiterentwickelt. Catalyst war dafür gedacht, genau das zu tun – iOS Apps auf dem Mac laufen zu lassen und einen „Übersetzer“ zwischen Touch-Interface und Maus und Tastatur zu liefern.

Sollte Intel das Furcht einflößen? In absoluten Zahlen wohl nicht – Apple hält im Moment 12% am amerikanischen PC-Markt. Geld verdient Intel sowieso mit HighEnd-CPUs, die in diversen Servern vor sich hinarbeiten. Perspektivisch schon. Irgendjemand wird sich noch an den Windows-RT Versuch erinnern, und das kombiniert mit Apples ARM-Offensive zeichnet ein nicht so rosiges Bild für Hersteller von „von der Stange-CPUs.“

Warum tut Apple sich das an? Das ist viel Aufwand, und irgendwie muss es sich ja dann doch lohnen. Ich glaube, dass irgendwann mal in der Kantine bei Apple einer aus dem iPhone – Team einem anderen aus dem Mac-Team die Leistungs- und Verbrauchsdaten eines iPhones gezeigt hat, im Vergleich zu Leitungsdaten zu aktuellen Macs. Die daraus folgende Diskussion hätte ich gern mitverfolgt, und das Ergebnis sehen wir jetzt: Für Apple zählt Leistung bei geringem Energieverbrauch. Wie wäre es denn zukünftig mit zwei wählbaren Varianten eines MacBooks, eines noch flacher als das letzte 12“ MacBook mit 12 Stunden Akkulaufzeit oder einem etwas dickeren Modell mit 24 Stunden Laufzeit? Oder Hochleistungs-CPU, die die Hälfte des Stromes verbrauchen wie die aktuellen Intel-Chips?

Und spätestens hier wird es dann interessant und womöglich wieder problematisch für Intel. Amazon, mittlerweile einer der weltweit größten Hoster mit großen Rechenzentren wird Apples Ergebnisse aufmerksam beobachten. Stellt sich das „Apple Silicon“ als so leistungsfähig und sparsam heraus wie angekündigt, wird sich auch Amazon überlegen, vielleicht doch eigene Chips für die Server zu entwickeln

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Neustart – oder: Reboot tut gut

Reboot tut gut – ein stehender Begriff aus der IT. Wenn es irgendwelche unklaren Probleme gibt, dann empfiehlt der Techniker immer erst mal einen Neustart. So etwas ordnet die Gedanken des Rechners noch einmal neu, es gibt klare Verhältnisse und niemand funkt von der Seite dazwischen. Das läßt sich auch in diesem Falle sagen. Nach diversen Jahren der Beschäftigung mit anderen Themen starten wir die Begeisterung für den Mac und das weite Feld der iPhones und iPads noch einmal neu -auf maschinenraum.net. Die zweite Begeisterung für alles, was mit Software als „Lösungsmittel“ für Probleme zu tun hat findet sich auf https://kunckeledv.de/. Allen Besuchern wünschen wir Spaß beim Lesen!

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